Twitter dealt sich reich

Twitter hat sich um geschätzte Millionen reicher gemacht, wie Spiegel Online berichtet: Das soziale Netzwerk mit weit über 500 Millionen Accounts weltweit hat einen gigantischen Werbedeal mit der US-Medienagentur Starcom MediaVest Group abgeschlossen.

 

“MediaVest believes that the role of marketing in a networked world is to harness shared purpose and voice to ignite communities on behalf of brands. It delivers through Truth & Design, its unique approach to architecting human experiences with impact.” – so stellt sich die Starcom MediaVest Group auf ihrem Internetauftritt vor. Mit Klienten wie Procter & Gamble, das in Deutschland unter anderem Marken wie Ariel, Head & Shoulders, Maxfactor oder Gilette hält, nebst CocaCola, Walmart und Microsoft, ist die Medienagenturen eine der größten und einflussreichsten in den USA. Mit dem Twitter-Deal dürfte nun ein großer Schritt in die “networked world” getan sein.

 

Zuvor war bereits bekannt geworden, dass durch einen Deal mit BBC America gesponsorte Videos direkt im Stream zugänglich gemacht werden sollen. Nun also Teil 2 der Social Media Offensive: “Die Werbeindustrie hat sich lange irrtümlicherweise zwischen Twitter und dem Fernsehmarkt entschieden”, so Adam Bain (Manager bei Twitter), gegenüber der Financial Times. Dies soll durch den Twitter-Deal geändert werden. Werbung auf Twitter soll demnach mit TV-Werbung verknüpft werden, im Gegenzug verspricht der Microblogging-Dienst, Werbekunden bessere Daten zur Zielgruppenanalyse und der Effektivität der gesponsorten Meldungen bereit zu stellen. Bereits heute ermöglicht es interessensbasierte Werbung, Kampagnen spezifisch auf Zielgruppen mit festgelegten Interessen zuzuschneiden oder sie nach der User-Beziehung zu einem bestimmten Account auszurichten.

 


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Der Wert dieses Deals könnte sich laut Financial Times auf mehrere Millionen US-Dollar über eine Zeitspanne von einigen Jahren belaufen. Allein in diesem Jahr könnten sich die Einnahmen aus Werbung für Twitter von 288 Millionen auf rund 583 Millionen US-Dollar verdoppeln, zitiert Spiegel Online das Marktforschungsunternehmen “eMarketer”.

 

Für die Nutzer wird dies, ähnlich wie in Facebook bereits etabliert, ein zunehmendes Maß an Werbung bedeuten. Bisher waren die Möglichkeiten, auf Twitter zu werben, begrenzt: Unternehmensaccounts konnten natürlich ihre Botschaften in die 140 zur Verfügung stehenden Zeichen packen, zudem Links kommunizieren. Es ist darüber hinaus möglich, “promoted Tweets” zu buchen und als Vorschlag von Trendthemen auf Twitter zu erscheinen. Diese im Verhältnis zu anderen Netzwerken wie Facebook eher geringe Werbefläche war bisher ein Herausstellungsmerkmal des Kurznachrichtendienstes. Als im Jahr 2011 promoted Tweets erstmals in der iOS-App getestet wurden, liefen Nutzer Sturm und die Änderung wurde zurückgenommen – um später jedoch dennoch weltweit ausgerollt zu werden.

 

Inwiefern die Veränderung hin zur bedeutend kommerzielleren Nutzung der Plattform durch TV-verknüpfte Werbung sich auf Nutzerzahlen und -zufriedenheit auswirken wird, muss sich im Laufe der nächsten Monate zeigen.


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